Wer auf solche Gestaltungsmerkmale Wert legt, sollte die Gebäudehülle besser dämmen.
Nichtbeheizte Anbauten wie Geräteschuppen, Carports und Garagen beeinflussen den Verbrauch nur unwesentlich.
Sie müssen bei der Berechnung des Energiebedarfs normalerweise nicht berücksichtigt werden.
Ausrichtung des Gebäudes
Um die Sonnenenergie zu nutzen, ist eine Gebäudeausrichtung nach Süden vorteilhaft. Große Fensterflächen nach Süden
führen zu Wärmegewinnen und sparen Heizenergie.
Aufenthaltsräume (z. B. Wohnzimmer und Kinderzimmer) sollten auf der Südseite, Nebenräume (z.B. Treppenhaus, Abstellräume)
dagegen an der Nordseite geplant werden. Nach Süden ausgerichtete Dachflächen eignen sich am besten für die Montage von
Solaranlagen. Natürlich sollte die Sonnenseite weitgehend von Verschattungen durch andere Gebäude oder Bäume frei bleiben.
Die umgebende Bebauung oder ein Bebauungsplan geben meist die Gebäudeausrichtung vor. Mit einer geschickten Planung kann man
dennoch selbst auf ungünstigen Grundstücken energiesparend bauen.
Doppelhäuser und Reihenhäuser
Weniger Außenfläche bedeutet weniger Energieverlust. Deshalb sind Doppelhäuser kompakter als freistehende Gebäude. Noch
günstiger ist das Verhältnis bei Reihenhäusern. Eine Reihenbebauung verbraucht bei gleicher Konstruktion weniger Energie als
freistehende Häuser.
Fazit
Einfache Gebäudeformen und die intelligente Ausrichtung des Gebäudes verringern den Energieverbrauch.
Quellenangabe:
"Quelle: Wissenskatalog Thema Energie"
Energiesparende Gebäudearten
Zunächst ein Überblick über die verschiedenen Gebäudearten. Die genauen Definitionen differieren in der Literatur,
manche Autoren erfinden eigene Standards, z.B. MEYERs „EnergieEinsparhaus“ (MEYER 2001, S. 11).
Niedrigenergiehaus
Niedrigenergiehäuser sind Gebäude, deren Heizwärmebedarf weitaus niedriger ist, als der von Gebäuden, die nach
Wärmeschutzverordnung (siehe Kapitel 4) gebaut wurden. Niedrigenergie-Einfamilienhäuser haben nach FEIST eine
Energiekennzahl für Heizwärme von maximal 70 kWh pro m² im Jahr (nach FEIST 1997, S. 1).
Energiesparhaus
Der Begriff Energiesparhaus wird teilweise Synonym für Niedrigenergiehäuser verwendet. Nach DWORSCHAK/WENKE hingegen
ist ein Energiesparhaus „die gemäßigte Variante des Niedrigenergiehauses“ (DWORSCHAK/WENKE 1997, S. 179).
Passivhaus
Ein Passivhaus hat keine Heizung, lediglich die Nutzung passiver Solarenergie (durch die Sonne, die durch die Fenster scheint,
nicht mittels Kollektoren) und innere Gewinne (z.B. Abwärme elektrischer Geräte) decken den Heizwärmebedarf. Durch optimale
Dämmung liegt dieser bei maximal 15 kWh/m² im Jahr (nach FEIST 1996, S. 8). Der Bau von Passivhäusern ist etwas teurer als der von
normalen Gebäuden; pro eingesparter Kilowattstunde bezahlt man ca. 30 Pfennig mehr (nach HIRSCH und LOHR 1996, S. 21).
Nullenergiehaus
Das Nullenergiehaus besitzt, wie das Passivhaus, keine Heizung, verwendet allerdings Solarkollektoren und verfügt über einen
Warmwasserspeicher (nach DWORSCHAK/WENKE 1997, S. 180). Diese technischen Einrichtungen sind allerdings sehr teuer. Das sogenannte
Energieautarke Haus deckt sogar den eigenen Strombedarf selbst. Nach HISCH/LOHR liegt es mit Mehrkosten von 3 DM pro eingesparter
Kilowattstunde fernab der Wirtschaftlichkeit (nach HIRSCH und LOHR 1996, S. 21).
EnergieEinsparhaus
Das von MEYER entworfene EnergieEinsparhaus wird folgendermaßen definiert (nach MEYER 2001, S. 11):
- Jahresheizwärmebedarf: 35 kWh/m²/a
- nicht teurer als ein normales Haus
- besitzt eine Mini-Heizung, lässt sich zum Passivhaus nachrüsten
- Fensteranteil: max. 30 %
Anmerkung zu den Gebäudearten
Exakte Trennstriche lassen sich nicht immer ziehen, die Übergänge sind fließend. Allerdings kann man die
verschiedenen Gebäudearten in eine Reihenfolge bringen: Energiesparhaus, Niedrigenergiehaus, EnergieEinsparhaus,
Passivhaus, Nullenergiehaus.