++ Wärmedämmung anbringen ++ Haus dämmen ++ Dach neu isolieren ++ Welche Isolierung für Decken / Wände / Dach? ++ Donnerstag, der 09.02.2012
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Die Gebäudeform entscheidet über den Energiebedarf

Weniger Außenfläche hilf Energie sparen © LBS
Gebäudeform, Gebäudeausrichtung und Gebäudetyp beeinflussen den Energiebedarf. Kompakt bauen bedeutet energiesparend bauen.
Das Verhältnis der Außenfläche zum Rauminhalt des Gebäudes bestimmt maßgebend den Energiebedarf.

Kompakte Gebäude
Ein Gebäude ist kompakt, wenn die Außenfläche im Verhältnis zum Rauminhalt klein ist. Mit zunehmender Kompaktheit sinkt in aller Regel der Energiebedarf. Verschachtelte Gebäude mit Vor- und Rücksprüngen oder Gauben und Erkern verbrauchen mehr Energie als einfache Gebäudeformen.
Wer auf solche Gestaltungsmerkmale Wert legt, sollte die Gebäudehülle besser dämmen. Nichtbeheizte Anbauten wie Geräteschuppen, Carports und Garagen beeinflussen den Verbrauch nur unwesentlich.
Sie müssen bei der Berechnung des Energiebedarfs normalerweise nicht berücksichtigt werden.

Ausrichtung des Gebäudes
Um die Sonnenenergie zu nutzen, ist eine Gebäudeausrichtung nach Süden vorteilhaft. Große Fensterflächen nach Süden führen zu Wärmegewinnen und sparen Heizenergie.

Aufenthaltsräume (z. B. Wohnzimmer und Kinderzimmer) sollten auf der Südseite, Nebenräume (z.B. Treppenhaus, Abstellräume) dagegen an der Nordseite geplant werden. Nach Süden ausgerichtete Dachflächen eignen sich am besten für die Montage von Solaranlagen. Natürlich sollte die Sonnenseite weitgehend von Verschattungen durch andere Gebäude oder Bäume frei bleiben.

Die umgebende Bebauung oder ein Bebauungsplan geben meist die Gebäudeausrichtung vor. Mit einer geschickten Planung kann man dennoch selbst auf ungünstigen Grundstücken energiesparend bauen.

Doppelhäuser und Reihenhäuser
Weniger Außenfläche bedeutet weniger Energieverlust. Deshalb sind Doppelhäuser kompakter als freistehende Gebäude. Noch günstiger ist das Verhältnis bei Reihenhäusern. Eine Reihenbebauung verbraucht bei gleicher Konstruktion weniger Energie als freistehende Häuser.

Fazit
Einfache Gebäudeformen und die intelligente Ausrichtung des Gebäudes verringern den Energieverbrauch.

Quellenangabe: "Quelle: Wissenskatalog Thema Energie"



Energiesparende Gebäudearten

Zunächst ein Überblick über die verschiedenen Gebäudearten. Die genauen Definitionen differieren in der Literatur, manche Autoren erfinden eigene Standards, z.B. MEYERs „EnergieEinsparhaus“ (MEYER 2001, S. 11).

Niedrigenergiehaus

Niedrigenergiehäuser sind Gebäude, deren Heizwärmebedarf weitaus niedriger ist, als der von Gebäuden, die nach Wärmeschutzverordnung (siehe Kapitel 4) gebaut wurden. Niedrigenergie-Einfamilienhäuser haben nach FEIST eine Energiekennzahl für Heizwärme von maximal 70 kWh pro m² im Jahr (nach FEIST 1997, S. 1).

Energiesparhaus

Der Begriff Energiesparhaus wird teilweise Synonym für Niedrigenergiehäuser verwendet. Nach DWORSCHAK/WENKE hingegen ist ein Energiesparhaus „die gemäßigte Variante des Niedrigenergiehauses“ (DWORSCHAK/WENKE 1997, S. 179).

Passivhaus

Ein Passivhaus hat keine Heizung, lediglich die Nutzung passiver Solarenergie (durch die Sonne, die durch die Fenster scheint, nicht mittels Kollektoren) und innere Gewinne (z.B. Abwärme elektrischer Geräte) decken den Heizwärmebedarf. Durch optimale Dämmung liegt dieser bei maximal 15 kWh/m² im Jahr (nach FEIST 1996, S. 8). Der Bau von Passivhäusern ist etwas teurer als der von normalen Gebäuden; pro eingesparter Kilowattstunde bezahlt man ca. 30 Pfennig mehr (nach HIRSCH und LOHR 1996, S. 21).

Nullenergiehaus

Das Nullenergiehaus besitzt, wie das Passivhaus, keine Heizung, verwendet allerdings Solarkollektoren und verfügt über einen Warmwasserspeicher (nach DWORSCHAK/WENKE 1997, S. 180). Diese technischen Einrichtungen sind allerdings sehr teuer. Das sogenannte Energieautarke Haus deckt sogar den eigenen Strombedarf selbst. Nach HISCH/LOHR liegt es mit Mehrkosten von 3 DM pro eingesparter  Kilowattstunde fernab der Wirtschaftlichkeit (nach HIRSCH und LOHR 1996, S. 21).

EnergieEinsparhaus

Das von MEYER entworfene EnergieEinsparhaus wird folgendermaßen definiert (nach MEYER 2001, S. 11):

- Jahresheizwärmebedarf: 35 kWh/m²/a
- nicht teurer als ein normales Haus
- besitzt eine Mini-Heizung, lässt sich zum Passivhaus nachrüsten
- Fensteranteil: max. 30 %

Anmerkung zu den Gebäudearten

Exakte Trennstriche lassen sich nicht immer ziehen, die Übergänge sind fließend. Allerdings kann man die verschiedenen Gebäudearten in eine Reihenfolge bringen: Energiesparhaus, Niedrigenergiehaus, EnergieEinsparhaus, Passivhaus, Nullenergiehaus.